Petitionen28.04.2026

Mehrwertsteuerreform: Finanzministerium empfängt Vegane Gesellschaft Österreich

Ab Juli wird die Mehrwertsteuer auf viele Grundnahrungsmittel von 10 auf 4,9 Prozent gesenkt. Nicht berücksichtigt werden dabei pflanzliche Produkte wie Soja- und Hafermilch sowie Hülsenfrüchte in Dosen und daraus erzeugte Produkte wie Tofu. Gegen diese Benachteiligung setzte sich die Vegane Gesellschaft mit einer erfolgreichen Petition ein: Über 7.600 Unterschriften konnten gesammelt und nun dem Finanzministerium übergeben werden.

Am Dienstagvormittag wurde Felix Hnat, Obmann der Veganen Gesellschaft Österreich, im Finanzministerium empfangen. Der Kabinettchef von Finanzminister Markus Marterbauer, Georg Ortner, nahm die 7.607 gesammelten Unterschriften persönlich entgegen. Bei einem ausführlichen Gespräch konnten die Anliegen des Vereins vorgebracht werden.


Georg Ortner, Kabinettchef des Finanzministeriums, nahm am Donnerstag 7.607 Petitionsunterschriften vom Obmann der Veganen Gesellschaft, Felix Hnat, entgegen. © Vegane Gesellschaft

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Absatzrekord bei Pflanzenmilch nicht berücksichtigt

Pflanzenmilch unterliegt aktuell demselben Steuersatz wie Fruchtsäfte, Limonaden und alkoholische Getränke, obwohl sie für viele Menschen mittlerweile zum Grundnahrungsmittel geworden ist. Laut dem Smart Protein Report konsumierte im Jahr 2023 bereits über ein Drittel der Österreicher:innen wöchentlich pflanzliche Milchersatzprodukte.

Eine aktuelle Marktanalyse der RollAMA bestätigt den positiven Trend: Knapp 40 Prozent der österreichischen Haushalte kauften im letzten Jahr pflanzliche Milchalternativen. Von 2024 auf 2025 stieg der Absatz um satte 22,3 Prozent (RollAMA 2025).

Kuhmilch wird aktuell mit nur 10 Prozent besteuert. Sobald dieser ohnehin vergünstigte Steuersatz mit Juli auf 4,9 Prozent sinkt, bedeutet das die Benachteiligung von pflanzlichen Milchalternativen, die mit 20 Prozent besteuert werden, um mehr als das Vierfache.

Weitere Entwicklung ungewiss

Nach der Begutachtungsphase bis Anfang April liegt der Gesetzesvorschlag nun beim Finanzausschuss. Wie es mit der Besteuerung von Pflanzenmilch weitergeht, ist unklar. Die aktuelle budgetäre Situation erschwert die Umsetzung vorerst. Als Erfolg verzeichnet die Vegane Gesellschaft, dass die massive steuerliche Benachteiligung mithilfe der Petition auf die Agenda des Finanzministerium gebracht werden konnte.

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Unabhängig davon, ob die Implementierung eines vergünstigten Steuersatzes mit der diesjährigen Reform gelingt, bleiben wir dran und setzen uns weiterhin unermüdlich für eine Gleichbehandlung von veganen Produkten ein!

Quellen

Smart Protein Report. 2023. Evolving appetites: an in-depth look at European attitudes towards plant-based eating.

RollAMA, AMA Marketing. 2025. Entwicklung der RollAMA Warengruppen.

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