Teilerfolg beim EU-Bezeichnungsverbot: Burger vorerst gerettet
Im Fall des erneuten Angriffs auf Bezeichnungen wie „Veggie-Burger“ und „Veggie-Wurst“ konnten wir einen Teilerfolg verzeichnen: Bei den Trilogverhandlungen im März kam es zu einer Einigung auf einen neuen Entwurf. Das sind gleichzeitig gute und schlechte Nachrichten.
Im Sommer 2025 starteten erneut Initiativen, um Bezeichnungen wie „Burger“ im Zusammenhang mit pflanzlichen Produkten zu verbieten – obwohl sich das EU-Parlament bereits 2020 gegen ein Verbot ausgesprochen und der Europäische Gerichtshof 2024 ein Urteil gefällt hat, dass pflanzliche Produkte als „Schnitzel“ oder „Wurst“ bezeichnet werden dürfen. Die bereits existierenden Vorgaben, wie pflanzliche Produkte gekennzeichnet werden müssen, sind so klar, dass es noch nie zu nennenswerten Beschwerden gekommen ist.
Laut einer Schätzung von BALPro (Bundesverband für Alternative Proteinquellen) würde das Verbot die europäische Wirtschaft geschätzt 1 Milliarde Euro kosten, weil die Umsätze und in weiterer Folge das Wachstum der Sparte sinken würden. Unternehmen müssten sich in Bezug auf Verpackungsdesign und Marketingstrategien außerdem vollständig neu aufstellen. Ein Bezeichnungsverbot wäre daher ein massiver wirtschaftlicher Einschnitt und kann nicht im Sinn der Politik sein.
Stand der Dinge
Im Herbst war das Medienecho groß: Viele Tageszeitungen berichteten über den erneuten Angriff und stellten das Verbot in Frage. Auch der Verein für Proteinvielfalt (VPO) veröffentlichte einen offenen Brief gegen das geplante EU-Bezeichnungsverbot, der an Bundesminister Norbert Totschnig gerichtet war.
Im Oktober stimmte das Plenum des EU-Parlaments schließlich für einen Entwurf, der ein weitreichendes Verbot bedeutet hätte. Danach lag der Ball bei der EU-Kommission und dem Rat der EU-Minister:innen.
EU-Parlamentarierin Anna Stürgkh (NEOS) und Leonore Gewessler (Grüne) zeigten gemeinsam mit VEGAN.AT-Obmann Felix Hnat ihre Unterstützung für den Veggie-Burger
© NEOS, VEGAN.AT
Ein Zwischenerfolg
Bei den im Dezember folgenden Verhandlungen wurden sich Kommission, Parlament und Rat der EU nicht einig, was verdeutlicht, dass es noch Unklarheiten und dementsprechenden Entscheidungsspielraum gab. Als Zwischenerfolg war dies insofern zu werten, da die Vorzeichen zuletzt für ein Verbot standen und die fortgesetzten Verhandlungen zeigten, dass es Gegenwind gibt.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die uns unterstützt haben – sei es durch das Unterzeichnen unserer Petition, das Teilen unserer Artikel und Videos, eine einmalige Spende oder eine laufende Unterstützung, die uns bei unserer Arbeit Planungssicherheit gibt.
In den letzten Monaten konnten wir dadurch eine Petition starten und zahlreiche Hintergrundgespräche führen, waren mit Vertreter:innen aus den Bereichen Wirtschaft und Politik in Kontakt und standen für Interviews zur Verfügung.
Petition: Retten wir den Veggie-Burger
Unsere Petition läuft weiter und kann jederzeit unterzeichnet und geteilt werden!
Wurst ja, Steak nein
Am 5. März 2026 gab es bei der zweiten Runde der Trilogverhandlungen eine Einigung auf einen neuen Entwurf: Wurst, Burger und Schnitzel in pflanzlicher Form dürfen weiter so bezeichnet werden. Dafür stehen 31 andere Begriffe auf der Abschussliste, wodurch beispielsweise „Sojasteak“ oder „veganer Leberkäse“ nicht mehr zulässig wären. Außerdem dürften kultivierte tierische Produkte nicht als „Fleisch“ bezeichnet werden.
Das ist zwar ein Wermutstropfen, aber dennoch ein Erfolg für alle, die sich gegen das Verbot ausgesprochen haben. In vier Monaten wird voraussichtlich über den Entwurf abgestimmt – wir bleiben weiter dran und werden natürlich berichten.
Ein riesiges Danke fürs Mithelfen!
Durch den öffentlichen Druck konnten wir einen wichtigen Teilerfolg erzielen: Auch wenn möglicherweise einige Begriffe verboten werden, sind Veggie-Burger und -Schnitzel gerettet. Wir bleiben weiter dran!
Dieser Artikel ist in unserer VEGAN.AT-Ausgabe 45 erschienen.







