Wirtschaft & Politik16.04.2026

Neues aus der Wirtschaft

Was tut sich in der pflanzlichen Wirtschaft? Vier Kurzmeldungen aus den letzten Monaten.

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Gemähte Wiese? Im Waldviertel entsteht die erste Grasproteinanlage Österreichs

Eiweiß aus Bohnen, Erbsen oder Weizen ist längst nichts Neues mehr – eine Grasproteinanlage ist da doch eine Besonderheit. Dass Proteine in Gräsern und anderen Grünpflanzen vorkommen, wissen wir bereits von vielen Tierarten. Der menschliche Körper ist jedoch nicht dafür ausgelegt, diese Gräser zu verdauen – dazu fehlt uns der eine oder andere Magen.

Michael Mandl forscht seit über 20 Jahren daran, wie Aminosäuren und Polypeptide aus Gräsern gewonnen werden können. In Japons im Waldviertel ist nun unter dem Namen bioNorum GmbH eine Anlage dafür entstanden, in der künftig um die 10.000 Tonnen Gras verarbeitet werden können. Die Finanzierung dafür stammt aus dem EU-Projekt Farm4more.

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Der nächste Schritt: Kultiviertes Fleisch für Vierbeiner

Bereits seit über einem Jahrzehnt ist kultiviertes Fleisch ein wiederkehrendes Thema – auch als zukunftsweisende Proteinquelle für Menschen. Nun geht das tschechische Start-up BeneMeat den nächsten Schritt und will damit Tiernahrung herstellen. Innerhalb der EU ist dies das erste registrierte Unternehmen, das diese Richtung einschlägt und auch gezielt einen Markt dafür aufbauen will.

Für das kultivierte Fleisch werden Tieren Zellen entnommen und diese werden anschließend in Fermentern vermehrt – das Tier muss nicht sein Leben lassen. Der oft verwendete umgangssprachliche Begriff „Laborfleisch“ ist irreführend, da die Produktionsanlagen eher an eine Bierbrauerei als an ein Labor erinnern, weil die Zellen in Fermentern vermehrt werden.

benemeat.com

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Vegan-zertifizierte Innenausstattung bei Mercedes

Sitzpolster, Türverkleidungen und sogar der Teppich – beim deutschen Automobilhersteller Mercedes-Benz gibt es nun die erste vegan-zertifizierte Innenausstattung für ein Kraftfahrzeug! Das verwendete Material ist ARTICO – ein Kunstleder, das bei Mercedes schon länger Verwendung findet und synthetisch hergestellt wird. Durch Perforierung gilt das Material als sehr atmungsaktiv.

Zertifiziert wurde das Ganze von der Vegan Society mit Sitz in Großbritannien. Neben den Materialien garantiert die Überprüfung auch, dass bei den einzelnen Produktionsschritten keine tierischen Hilfsstoffe verwendet werden. Die vegane Innenausstattung lässt sich künftig optional in jedes GLC-Modell integrieren.

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Lidl steigert den Anteil an pflanzlichen Proteinquellen erneut

Lidl arbeitet weiter daran, den Anteil pflanzlicher Proteinquellen zu steigern – das bis 2030 gesteckte Ziel sind 20 %. Dies umfasst unter anderem mehr Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sowie pflanzliche Alternativprodukte für Fleisch, Eier, Fisch oder Meeresfrüchte. Im Geschäftsjahr 2024 lag der Wert der pflanzlichen Proteinquellen bereits bei 15,4 %. Das entspricht einer Steigerung von 19 % im Vergleich zum Vorjahr und einem Anstieg um 24 % seit dem Basisjahr 2022.

Bei Alternativen zu Molkereiprodukten liegt der Wert bei 5,2 % – das Ziel sind hier 10 %. Die Berechnung orientiert sich an den Empfehlungen des WWF sowie der „Planetary Health Diet“.

Mehr dazu in: Pflanzliche Proteinquellen im Fokus – Lidl Österreich erhöht Anteil

Dieser Artikel ist in unserer VEGAN.AT-Ausgabe 45 erschienen.

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